Arbeitsgruppe Geodynamik (Structural Processes Group)

© B. Grasemann

© B. Grasemann

Die Arbeitsgruppe Geodynamik (Structural Processes Group) beschäftigt sich mit der kinematischen und mechanischen Quantifizierung strukturgeologischer/tektonischer Prozesse in der duktilen und spröden Erdkruste.
Der Forschungsschwerpunkt unserer Arbeitsgruppe liegt in der Kombination von Geländedaten mit physikalischen und mathematischen Modellen, um die Deformationsgeschichte von natürlichen Gesteinen zu quantifizieren und mögliche zukünftige Deformationsschritte voraussagen zu können.
Folgende Themen werden derzeit von der Arbeitsgruppe Geodynamik bearbeitet und sind Schwerpunkte in einer Reihe von internationalen Forschungsprojekten und Dissertationen.

3D Strukturelle Modellierung
Mittels dreidimensionaler Modellierungssoftware (z.B. Gocad, Petrell) werden strukturelle Modelle von Strukturen insbesondere Störungen erstellt. Die Daten kommen dabei direkt aus der Geländekartierung (DGPS, Laserscan), aus der Geophysik (GPR, Seismik) oder aus dem Labor (Dünnschliffe, Mikrotomographie).

Numerische Modellierung von Strukturen
2D und 3D numerische mechanische Modelle von Strukturen, insbesondere von Störungen, helfen die progressive Entstehungsgeschichte zu verstehen. Im Idealfall können auch zukünftige Entwicklungen vorausgesagt werden.

Deformation und Exhumation von Gesteinen in Kollisionsgebirgen
Mit strukturellen, petrologischen und geochronologischen Methoden werden die Druck-Temperatur-Zeit-Deformations-Wege von Gesteinen in Kollisionsgebirgen untersucht, vor allem in den Ostalpen. Ziel der Untersuchungen ist es, die Entstehung von Orogenen und die Interaktion von klimatisch kontrollierten Oberflächenprozessen mit Gesteinen der unteren Erdkruste zu erforschen.

Aktive Tektonik - tektonische Geomorphologie
Aktive Tektonik hat nicht nur einen direkten Einfluss auf die geomorphologische Prägung der Landschaft sondern kann auch unsere sozioökonomischen Systeme beeinflussen. In einem multidisziplinärem Ansatz (Geologie, Geophysik, Geomorphologie, Geodäsie) werden vor allem geologisch junge und aktive Störungssysteme im Wiener Becken untersucht.

Sprödtektonik, Speläologie und Karstmorphologie
Karstmorphologische, speläologische und sprödtektonische Untersuchungen haben zum Ziel die Infiltration von Oberflächenwasser in das Grundwasser zu erforschen. Die Arbeiten sind vor allem auf die Kalkalpen, dem Einzugsgebiet der Wiener Hochquellenwasserleitungen, fokussiert.